Höhenkrankheit

Wie ist “Höhe” definiert?
 
hoch = 2 400 – 3 650 Meter
sehr hoch = 3 650 – 5 500 Meter
extreme hoch  = höher als 5 500 Meter







Höhenkrankheit ist häufig ab 3 000 Meter Höhe. Hier haben rund 75% der Leute leichte Beschwerden. Die Schwere der Höhenkrankheit hängt von der Höhe und der Schnelligkeit des Aufstiegs ab.


Was verursacht Höhenkrankheit?
Die Konzentration von Sauerstoff in der Luft auf Meeresniveau ist rund 21% und der Luftdruck liegt bei  760 mmHg. Mit zunehmender Höhe nehmen Sauerstoffgehalt und Luftdruck ab. In 3 000 Meter Höhe enthält jeder Atemzug rund 40 % weniger Sauerstoff. Ihr Körper passt sich an diesen Sauerstoffmangel durch eine höhere Atemrate an, doch kann er nicht die gleiche Sauerstoffversorgung erreichen, die es auf Meeresniveau gibt. Dies führt zu Beschwerden, hauptsächlich durch eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns.

Es gibt keinerlei persönliche Faktoren wie etwa Alter, Geschlecht oder physische Kondition, die mit der Schwere der Höhenkrankheit korreliert werden können. Es kann jeden treffen. Manche Menschen sind anfälliger als andere.


Anpassung
Der Hauptgrund für Beschwerden ist mangelnde Anpassung durch zu schnellen Aufstieg oder zu viel Aktivität in der für die Anpassung benötigten Zeit. Die notwendige Anpassungszeit Ihres Körpers and die Höhe schwankt zwischen einem und drei Tagen. Jedesmal, wenn Sie weiter aufsteigen, müssen Sie die gleiche Anpassungszeit einplanen. Um eine vollständige Anpassung zu erreichen, finden in Ihrem Körper die folgenden Vorgänge statt:

  • Sie atmen tiefer ein.
  • Der Druck in den Lungenarterien steigt und zwingt mehr Blut in Lungenregionen die auf Meeresniveau nicht genutzt werden.  
  • Die Produktion der Sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen steigt an.
  • Der Körper produziert mehr Enzyme, die den Sauerstofftransfer in die Gewebe fördern.  

Sie werden bei Ihren Andenbesuchen wahrscheinlich nur leichte Symptome erleiden. Größere Beschwerden treten nur bei extremem Höhen und Bergsteigern auf und sind hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt.


Leichte Beschwerden

Diese beginnen während der ersten 24 Stunden nach Eintreffen und halten meist bis zum dritten Tag an.

Diese Beschwerden sind:  Kopfschmerzen, Schwächegefühle, Schwindelgefühle, Atemlosigkeit, Übelkeit, Schlaflosigkeit. Die Beschwerden nehmen meist nachts zu, da in der Ruhefase die Atemfrequenz geringer ist.


Stärkere Beschwerden

Schwere Kopfschmerzen, die nicht durch Kopfschmerzmittel gelindert werden können, Übelkeit und Erbrechen, Schwäche, Atemlosigkeit und geminderte Koordinationsfähigkeit. Normale Aktivitäten sind möglich, aber vielen Personen fällt es bereits schwer zu gehen. Die beste Methode um die Schwere der Höhenkrankheit zu überprüfen ist die erkrankte Person versuchen zu lassen, auf einer geraden Linie zu gehen. Gelingt dies nicht sind Sofortmaßnahmen notwendig.

Sollten Sie solche Beschwerden verspüren ist es ratsam umgehend mindestens 100 Meter abzusteigen (gute Wirkung zeigt ein Abstieg um 300 bis 600 Meter). Nach 24 Stunden auf dieser Höhe sollten sie eine deutliche Verbesserung erfahren. Halten Sie sich drei Tage auf dieser Höhe auf, bevor Sie erneut aufsteigen.


Schwere Höhenkrankheit
Unfähigkeit allein zu gehen, verringerte geistige Leistungsfähigkeit, Flüssigkeitsaufbau in den Lungen. Schwere Höhenkrankheit kann tödlich sein und erfordert sofortigen Abstieg auf 600 bis 1000 Meter über Meeresniveau.


Wie Sie der Höhenkrankheit vorbeugen können

  • Vor der Reise: Ruhen Sie! Vermeiden Sie Überstunden und den Stress von Kofferpacken im letzten Moment.  
  • Vermeiden Sie Tabak, Alkohol, Schlaftabletten oder Drogen. Diese verringern die Atemkapazität und machen die Sache schlimmer.  
  • Versuchen Sie pro Tag nicht mehr als 300 Meter weiter aufzusteigen. Wenn Sie tagsüber mehr als dreihundert Meter aufsteigen kommen Sie zum Schlaffen auf geringere Höhen herab.  
  • Wenn Sie beginnen leichte Beschwerden zu haben, steigen Sie nicht weiter auf.  
  • Vermeiden Sie Flüssigkeitsverlust und trinken Sie viel.  
  • Trinken Sie wenn immer möglich Tee aus Kokablättern oder kauen Sie trockene Kokablätter, die sie in den Anden auf jedem Marktplatz legal kaufen können. Koka enthält 14 verschiedene Alkaloide. Von Kokatee und vom Kauen der Blätter werden Sie keinen Rausch bekommen und Sie werden auch nicht kokainabhängig da die Konzentration bei weitem zu niedrig ist.  
  • Lassen Sie es ruhig angehen. Überanstrengen Sie sich nicht. Leichte Aktivitäten während des Tages sind besser als zu Schlafen, weil während des Schlafes die Atemfrequenz absinkt.  
  • Essen Sie nicht fettig. Stattdessen essen Sie leichte Speisen mit Reis oder Nudeln.  
  • Viele Hotels haben Sauertoffflaschen. Das atmen hochkonzentrierten Sauerstoffs kann Beschwerden schnell abmildern.  
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